~:.Lucifer's Angel.:~

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God's Enemy



Autor: Akis kleiner Engel
Art: Slash/Fantasy
FSK: 16/18
Warnungen: Lime/Lemon, OOC, violence, angst (steht noch nicht fest)
Pairing: Aki/Lauri
Sichtweise: Aki
Disclaimer: Aki und Lauri nix mir
Claimer: Idee mir xD
Beta: Aki_Addict
Widmung: Meinem Schatz Aki_Addict :3 Minä rakastan sinua :33


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°+°+°+°+°Prolog Beginn°+°+°+°+°

Siehst du ihn?
Den Engel des Verderbens?

Siehst du diese Schwingen?
Seine Schwingen des Verderbens?

Hörst du dieses kalte Lachen?
Sein kaltes Todeslachen?

Hörst du den Atem?
Seinen warmen Atem der Lust?

Siehst du diese Augen?
Seine smaragdgrünen Augen?

°+°+°+°+°Prolog Ende°+°+°+°+°




°+°+°+°+°Kapitel 1°+°+°+°+°

„Aki! Wach auf, Faulpelz!“

Rau erklingt die Stimme meines Vaters in meinem Ohr, treibt mir einen Schauer über meinen Rücken.
Ich hasse ihn.
Meinen Vater. Er hat sie umgebracht.
Sie. Mein Ein und Alles. Meine Mutter. Und er hasst mich. Das weiß ich. Er lässt es mich spüren. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde.

„Steh endlich auf! Wir haben viel zu tun!“

Dunkel grollt die Stimme von ihm erneut zu mir. Wir haben viel zu tun? ER hat viel zu tun. Ich helf ihm doch nicht. Warum sollte ich Leuten helfen, die ich hasse? Warum sollte ich Mördern helfen? Hilft er mir? Nein, ich vergelte Gleiches mit Gleichem... Ich bin doch kein Kind Gottes. Gott hat sich doch nie für mich interessiert. Er hat es zugelassen, dass er die Schlinge um ihren Hals legte. Er hasst uns. So wie ich meinen Vater hasse, so sehr wie mein Vater mich hasst. Denn ich bin ein Kind Lucifers...

„AKI!“

Wütend schlägt er die Bettdecke zurück, reißt die Vorhänge auf, reißt sie dabei fast aus ihren Schienen.
Brutalo...
Vergeht sich an armen Vorhängen.
Tötende Blicke treffen auf meinen Körper, doch ich wehre sie dennoch durch Ignorieren ab. Ignorieren... Ja, das würde ich ihn gerne, aber lässt er mir eine andere Wahl? Nein.
Mehr als ein müdes Gähnen bringe ich ihm nicht entgegen, er knallt die Tür zu.
Holla, lass die Tür ganz. Du hast den armen Vorhang schon genug geschändet...

Kälte kriecht in meine Zehenspitzen, durchquert meine Zehen, wandert weiter durch meinen Fuß und mein ganzer Fuß beginnt vor Kälte zu kribbeln. Mit Schwung stehe ich auf, schwanke ein wenig auf meinem Holzboden, lausche dem Geräusch meiner Füße, wie sie immer wieder ungeschickt auf den Boden landen, leichten Krach veranstalten. Bööööse Füße...
Ich recke meine Arme in die Höhe, strecke sie länger als sie sind, solange bis endlich die Knochen knacken, kurz ein paar Sekunden schmerzen, dennoch verschwinden diese Schmerzen so schnell, wie sie gekommen sind.
Schmerzen...
Sehnsüchtig blicke ich auf meine eingestaubte Kommode, streiche über das schmutzige Glas des Bilderrahmens, der auf der Kommode verweilt.
Ich will seines sein...
Er soll meines sein...
Ich bin nur einer von vielen...
Aber ich werde ihn mir nehmen...
Ihn zu meinem machen...
Ihn nie mehr loslassen...

Sein Name ist so anmutig, dennoch so verboten...
Seine Namen sind unzählig, doch ich nenne ihn meinen Lichtbringer. Dank ihm seh ich auf dieser Welt noch etwas anderes außer meinen verhassten Vater. Er hasst mich für alles was ich tue nur noch mehr. Für das was ich hier tue, dafür hasst er mich abgrundtief. Ich spüre wie ich leicht lächeln muss. Bald ist alles vorbei. Dann werde ich zu ihm gehen, zu meinem Lichtbringer...
Zu meinem Lucifer...



°+°+°+°+°Kapitel 2°+°+°+°+°

Warm scheint die Sonne auf meinen nackten Rücken. Kann sie das nicht mal lassen?
Ich hasse Sonne.
Geduldig wühle ich in meinem Kleiderschrank, in dem man die Klamotten durch die einheitliche Farbe nicht wirklich unterscheiden kann, wenn man nicht weiß, wo was liegt. Dass meine Klamotten nur aus schwarzen Stücken bestehen, dürfte bei meiner „Neigung“ kein Geheimnis mehr sein.
Eher eine Tatsache, die zu mir gehört.

„Aki! Verdammt nochmal! Beeil dich! Du kommst zu spät!“, keift mein Vater wütend aus der Küche.

Schule... Wer braucht die schon? Ich komme ohnehin jeden Tag zu spät, die Lehrer beschweren sich nicht. Warum? Weil sie Angst vor mir haben, genauso wie alle anderen. Und ich genieße die Tatsache in vollen Zügen.Nicht jeder kann sagen, man habe Panik vor ihm. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es schon 7.20 Uhr ist. Normale Schüler würden sich jetzt auf den Weg zur Schule machen, ich dagegen nie.

Leise vor mich hinpfeifend nehme ich mir 'endlich' ein T-Shirt, eine Hose, eine Boxershorts und ein Paar Socken aus dem Schrank. Alles schwarz, wie auch sonst! Und noch immer treibt mich die Sonne in den Wahnsinn. Knurrend ziehe ich die Vorhänge zu und beginne mich anzuziehen.Langsam und träge ziehe ich meine Hose hoch und schließe sie gähnend.
Es gibt nichts langweiligeres neben der Schule als sich anzuziehen!

Nachdem ich auch mein T-Shirt angezogen habe, nehme ich meinen Kamm und beginne meine Haare zu kämmen. Zum Schluss kommt meine Brille noch auf meine Nase und der Horror des Tages kann beginnen.
Manchmal frage ich mich, warum ich eigentlich noch zur Schule gehe. Es würde nicht mal wirklich auffallen, wenn ich fehlen würde. Und ich könnte meine Zeit viel besser verbringen und meine „Abfahrt“ vorbreiten!
Es muss doch schließlich alles schön geplant sein, damit auch ja nichts schief geht.

In der Küche höre ich meinen Vater fluchen und schimpfen, über mich, gegen mich. Soll er doch.
Es ist mir gleichgültig.
Er ist mir genauso egal, wie die Tatsache, dass die Schule existiert oder der Schnee fällt. Ich möchte Regen.
Ich liebe Regen.
Regen ist für mich ein Zeichen von „Ihm“. Er zeigt mir, wenn er bei mir ist. Und ich will bei ihm sein. Jetzt, hier, für immer. Aber es geht nicht. Ich muss noch ein paar Tage dieses verdammte Leben hinter mich bringen und ein paar Lehrer ärgern.

Mit einem lauten Knallen der Tür, kündige ich meinem Vater an, dass ich die Wohnung verlassen habe und nun auf dem Weg zu meinem „Lieblingsort“ bin. Hatte ich erwähnt, dass ich Schule hasse? Echt?
Egal.
Als ich den Schulhof betrete ist alles leer und kein Laut ist zu hören. Wie denn, wenn sie alle im Unterricht sitzen und sich die Ohren vollquatschen lassen? Ich schüttele den Kopf und betrete das Schulgebäude, dass mir von Tag zu Tag stiller vorkommt.

Laut hallen meine Schritte dagegen auf den Fluren und bringen ein paar Geräusche in die Stille. Ich bin auf dem Weg zu dem Klassenzimmer, in dem ich Unterricht habe. Ohne zu klopfen betrete ich die Klasse und gehe zu meinem Platz. Die Schüler schweigen, auch der Lehrer. Warum?
Sie haben Angst.
Sie haben einfach die pure Panik, ich könnte sie angreifen und wohlmöglich jeden Einzeln von ihnen umbringen oder des Gleichen.
Angsthasen.



°+°+°+°+°Kapitel 3°+°+°+°+°

„...Der siebte Tag, jetzt war das Schöpfungswerk Gottes beendet und deshalb ruhte er am siebten Tag aus. Er segnete diesen Tag und bestimmte, dass es ein heiliger Tag für die Menschen werden sollte, an dem sie die Arbeit niederlegen und Gott preisen sollten. Und es ward Abend und es ward Morgen: ein siebter Tag...“, nuschelt der Lehrer mehr in sein Buch hinein, als zu den Schülern hinüber.

Gähnend strecke ich mich auf meinem Platz aus und schmatze leise. Kann in Religion nicht mal von meinem geliebten Lucifer geredet werden? Ist das zu viel verlangt?
Anscheinend schon.
Dabei sagen die Menschen doch immer, wenn es „Gut“ gibt, dann gibt es auch „Böse“. Also, wo bleibt Lucifer?
Manchmal habe ich das Gefühl, viele Menschen sind zu feige um über ihn zu reden. Sie könnten ja ihre heiligen Zungen verderben und von Gott bestraft werden.
So ein Blödsinn.

„Wenn Sie schon so einen Mist labern, können Sie dann bitte wenigstens halbwegs interessante Themen besprechen?“, knurre ich dem Religionslehrer zu.

„N... Nein Aki! Wir reden jetzt über die Erschaffung der Erde!“, murmelt der kleine Kerl in seinen Schnurrbart und richtet seine große Brille.

„Nein, werden wir nicht!“

Teils geschockte Gesichter drehen sich zu mir um, der Lehrer zuckt erschrocken zusammen und ein Grinsen zeichnet sich auf meinen Lippen ab.
Ich bekomm immer, was ich will!
Stotternd fährt der alte Herr nun fort und scheint ein interessantes Thema für mich zu suchen.
Wird er nicht finden.
Die Bibel ist uninteressant.

„A... Also, das Thema dürfte ganz interessant sein...“

Doch mein „toller“ Lehrer wird von dem Gong unterbrochen. Endlich Pause. Wie ich Doppelstunden Religion hasse, wir reden ja nicht mal über meinen „Schatz“.
Gelangweilt erhebe ich mich und verlasse das Klassenzimmer.
Ich liebe Pause.
Dort muss ich mir keine nervtötenden Vorträge von Lehrern anhören, bin einfach nur für mich selbst.

Gemütlich schlendere ich in meine Ecke, lehne mich an die kalte und schmutzige Hauswand. Dann krame ich meine Zigaretten heraus, zünde mir eine an und ziehe genüsslich an ihr.
Eigentlich rauche ich nicht, aber es beruhigt mich ab und zu. Deswegen besitze ich die kleine Schachtel, die bei übermäßigem Genuss doch zum Tod führen kann.

Mein Blick gleitet träge zu einer Pfütze auf dem Boden. Das Regenwasser ist verschmutzt und dennoch auf eine andere Weise rein.
Das Wasser ist reiner als ich.
Grinsend nehme ich noch einen Zug an meiner Zigarette und puste den Rauch in die ohnehin schon verschmutzte Luft.

„He, hast du eine Zigarette für mich?“



°+°+°+°+°Kapitel 4°+°+°+°+°

„He, hast du eine Zigarette für mich?“

Rau, dennoch sanft trägt der Wind diese Frage zu mir hinüber, ich sehe mich nach der „Störung“ um. Schmale Lippen grinsen mich selbstsicher an, Augen, die einem Smaragd gleichen, funkeln gierig.

„Klar...“

Schweigend hole ich die Zigarettenpackung aus meiner Tasche, öffne sie und halte sie meinem Gegenüber hin.

„Danke!“

Er nimmt sich eine Zigarette heraus, klemmt sie schon fast anmutig zwischen die Lippen. Schließlich zündet er sie mit einem Klacken von seinem Feuerzeug an und zieht einmal genüsslich, ehe er den Dunst wieder aus seinem Mund entweichen lässt. Leise knarrt die Holzwand, als er sich an sie lehnt, den Kopf entspannt zurück legt und die Augen schließt.

Diese Chance nutze ich gleich, beginne ihn auffällig zu mustern.
Schwarzes Haar, Mopsnase, smaragdgrüne Augen, schmale Lippen, zierlicher Körper, herber Geruch nach Deo und Zigaretten.
Schwarze Klamotten.
Sexy.

„Danke, für das Kompliment!“

Verwirrt blicke ich ihn an. Welches Kompliment? Er öffnet die Augen, grinst mich wieder so unglaublich selbstbewusst an und fährt fort.

„Na, du hast doch gerade gedacht, dass ich sexy bin!“

Geschockt starre ich ihn an.
Wieso weiß er, was ich denke?
Wieso spüre ich den Wunsch, dass Lucifer seine Gestalt trägt?
Wieso?
Wer ist er?

„Ich bin Lauri!“

Seine Hand streckt sich mir entgegen, wartet darauf, geschüttelt zu werden.

„Aki...“, murmele ich leise und ergreife seine Hand.

„Ich weiß...“

„Woher...?“

„Ich weiß alles, Schatz...“

„Wie...?“

Er nimmt den letzte Zug seiner Zigarette, lässt sie auf den Boden fallen. Seine schweren Schuhe treten die glühende Zigarette aus, seine Schritte entfernen sich von mir.
Wer ist er?
Was will er?



°+°+°+°+°Kapitel 5°+°+°+°+°

Erstaunt, überrascht und auch ein wenig ängstlich fixieren meine Augen den jungen Mann neben dem Lehrer.
Er.
Lauri.
Seine Gestalt fasziniert mich, treibt dennoch Angst in mir auf. Er kennt mich.
Woher?
Warum?

„... Du darfst dich setzen!“, meint der Lehrer zu ihm, er kommt mit geschmeidigen, anmutigen Schritten auf mich zu.
Leise knarrt der Holzstuhl unter seinem Gewicht. Lauri sitzt. Neben mir.
Ein mir unbekannter und doch angenehmer Geruch steigt in meine Nase. Er.
Er riecht nach Deo.

Fragen wühlen sich in meinen Kopf, Fragen, die nie beantwortet werden. Verstohlen blicke ich zu der Gestalt neben mir und sehe sofort wieder weg.
Dieses Grinsen...
Er schaut mich an und grinst. Selbstbewusst. Mir kommt sein Satz wieder in den Sinn.

„Ich weiß alles, Schatz...“

Ein Schauer zieht sich über meinen Rücken, als ich an diesen überlegenen Blick von ihm denke.
Wieso kann er das?
Wieso macht er MIR angst?!
Ich verstehe es einfach nicht...
Warum ist er hier?
Warum bringt er mich aus der Ruhe?

„Überdenke dir deinen Plan nochmal, er wird nicht klappen...“

Lauris zarte, raue Stimme dringt zu mir hindurch, gleitet durch meine Gedanken wie ein heißes Messer durch Butter und hinterlässt einen Schauer von Gänsehaut auf meinem Rücken, meine Gedanken zerplatzen wie ein paar Seifenblasen.

„Wer bist du? Was willst du von mir?“, zische ich ihm zu, schenke dem Lehrer und den Schülern keine Beachtung, fühle mich von ihm wie in eine andere, dunkle Welt gezogen.
Wie schafft er das?
Warum schafft er das?

„Ich sagte dir doch, wer ich bin. Und was ich von dir will? Ganz einfach... Ich will dich... Und ich bekomme dich auch!“

Mehr als einen geschockten Blick habe ich nicht für ihn übrig, sein Grinsen spricht tausend Worte.
Er will mich?
Lauri will mich...
Er wird mich bekommen?
Wie kann er sich in dieser Sache so sicher sein?
Er ist ein seltsamer Vogel...

„Mhhh... Welcher Vogel bin ich denn? Du meinst eine Krähe? Hrrr... Hört sich gut an...“, schnurrt er mir ins Ohr.

Was ist denn jetzt los?!



°+°+°+°+°Kapitel 6°+°+°+°+°

Es klingelt zur Pause. Endlich...
Schon fast fluchtartig verlasse ich den Raum um bloß von Lauri weg zu kommen...
Er breitet ein Chaos in mir auf, das ist nicht mehr normal...

„Ahhh...“

Entspannt schließe ich meine Augen und nehme noch einen starken Zug an meiner Zigarette. Wenn es so weiter geht, bin ich bald ein „richtiger“ Raucher. Und dann sterbe ich vielleicht an Lungenkrebs.
Sterben...
Dann wär ich ja endlich bei meinem „Schatz“... Schon lange war er nicht mehr einer meiner Gedankengänge. Genau genommen seit Lauri hier ist. So lange schon...

„Ich darf doch?!“

Oh nein... Nicht einmal zwei Minuten Ruhe hat man von Lauri...
Ich öffne die Augen und sehe ihn an, er grinst verschmitzt.
Dann nimmt er mir meine Zigarette aus dem Mund und zieht genüsslich an ihr.
Äh... Hallo?
Warum tut er das?
Will er mich verwirren?
In die Irre führen?

„Mhhh... Lecker... Schmeckt nach dir...“

Unwillkürlich und das erste Mal in meinem Leben werde ich rot. Macht der mich die ganze Zeit an oder bilde ich es mir ein?

„Hier...“

Schon steckt er mir wieder meine Zigarette zwischen die Lippen, ignoriert mein verwirrtes Blinzeln. Da entfernen sich auch schon seine Schritte wieder von mir. Ich schließe erneut meine Augen und seufze tief.
Er ist irgendwie süß...
Aber ich muss bei seinem Anblick auch irgendwie ungewollt an Lucifer denken...
Warum bloß?

„Ups...“

Was ist denn jetzt schon wieder?
Schon ein wenig angenervt öffne ich die Augen und starre direkt auf Lauris Hintern, der sich mir entgegen streckt, als er etwas aufhebt.
Mir bleibt die Spucke weg, so sehr haut mich dieser Anblick um.

„Ich weiß, dass mein Arsch geil ist... Das denken sie alle...“

Seine wissenden, smaragdgrünen Augen glitzern mich an.
Ich kann ihn nur anstarren.
Wieso weiß er, was ich denke?
Ich will nicht, dass er weiß, was ich denke...
Er beginnt wieder zu grinsen...
Wie kann ein Mensch so verdammt dreckig Grinsen?



°+°+°+°+°Kapitel 7°+°+°+°+°

Am Ende der Pause gehe ich einfach nach Hause. Es interessiert niemanden, ob ich nun in der Schule sitze , meine Mutter auf dem Friedhof besuche oder Zuhause meinen Plan ausarbeite.
Auf dem Heimweg laufe ich an dem kleinen, rostigen Friedhofstor vorbei.
Ich könnte meine Mutter mal wieder besuchen.
Ich blicke mich um und stelle zufrieden fest, dass Lauri mir nicht gefolgt ist. Wäre ja noch schöner!

Schließlich drücke ich den rostigen Griff des Tores herrunter und trete auf den Friedhof. Mit einem leisen Quietschen fällt es wieder in ihr Schloss. Laut knirscht der Kies unter meinen Schuhen, als ich auf dem Weg zu dem Grab bin.
Viele Gräber scheinen vergessen, sind verrottet und voller Unkraut. So mancher Grabstein steht schief und ist wegen mangelnder Pflege mit Moos bewachsen, Efeu schlängelt sich um die Holzfüße der Kreuze.

Vor dem Grab meiner Mutter komme ich schließlich zum Stehen, blicke auf die Blumen herab.
Ein kleiner Film aus Gras hat sich auf der Erde niedergelassen und erstrahlt mitsamt den Blumen in einem kräftigen, saftigen Grün. Ihr Grabstein, der wie ein aufgeklapptes Buch aussieht und ihren Namen tief in sich trägt, reflektiert die Sonne.
Wüsste ich es nicht besser, würde ich behaupten, ihr Grab wäre das Schönste auf dem ganzen Friedhof.

Ächzend lasse ich mich vor Mutters Grab nieder und schaue es mir an. Wie konnte mein Vater sie vor zwei Jahren nur umbringen?
Warum hat er es getan?
Ich hasse ihn. Er ist schuld. Er ist daran schuld.

Wegen ihm verehre ich Lucifer. Weil ich an dem Tag, als Mutter starb, gemerkte habe, dass Gott sich einen Dreck um uns Menschen schert. Er existiert wahrscheinlich nicht einmal. Deswegen habe ich mich dem Teufel, Lucifer, meinem Schatz, verschrieben.
Er kennt Schmerzen, er ist der Schmerz.

Nach mir endlos vorkommenden Stunden erhebe ich mich und gehe weiter. Gräber, zerfallen und veraltert, keuzen meinen Weg, als ich an der großen, mit Moos bedeckten Engelsstatue, die die Mitte des Friedhofes zeigt, vorbei gehe zu dem schönsten Grab auf dieser Ruhestätte der Toten.

Es ist sehr alt, auch nicht mehr wirklich in Schuss gehalten. Der Grabstein ist jedoch wunderschön. Wer in diesem Grab liegt, weiß ich nicht, denn der Grabstein gibt den Namen nicht mehr preis.
Der alte Fuß des schwarzen Marmorkreuzes ist von Rosenranken bewachsen, schwarzen Rosenranken. Die Verzierungen blitzen hier und dort hinter den Blättern und Blüten hervor, zeigen, dass dieser Stein sehr prunkvoll geschmückt ist. Auch um die „Arme“ sind mit den Rosen bewachsen.
Vor dem Kreuz liegen viele verwelkte Blumen. Massen von schwarzen Rosen und dazwischen blitzen ab und zu rote Dornenträger hindurch.

Erstaunt sehe ich einen Strauß frischer schwarzer Rosen an. Unberührt liegt er dort. Ich komme seit zwei Jahren auf diesen Friedhof und es ist das erste Mal, dass ich frische Blumen auf diesem Grab sehe.
Erschrocken drehe ich mich um, als ich auf dem Grabstein einen Schatten sehe, doch niemand ist dort.

„Hallo?!“

Ich bekomme keine Antwort, also wende ich mich wieder dem Grab zu, blicke gedankenverloren auf den Grabstein.
Als erneut ein Schatten auf dem Stein auftaucht, komme ich mir langsam verarscht vor. Das schwarze Abbild einer Person wird langsam in den Grabstein „gesaugt“ und kurz sieht es so aus, als wären Augen auf dem Grabstein erschienen.
Das erste Mal bekomme ich wirklich Angst und verlasse fast fluchtartig den Ort der Toten. Kaltes Lachen begleitet meinen Weg aus dem Friedhof.



°+°+°+°+°Kapitel 8°+°+°+°+°

Hastig tragen mich meine Beine durch die Stadt.
Was war das?
Wer war das?
Wer war dort noch auf dem Friedhof?
Wieso kannte ich diese Augen?
Wer will mich so in den Wahnsinn treiben?

Das Geräusch von Flügeln lässt erschrocken zusammen fahren, doch es war nur ein aufgeschreckter Vogel. Was ist bloß los? Wieso lasse ich mich so leicht erschrecken?
Nachdenklich kaue ich auf meiner Unterlippe und kicke eine Dose vor mir her.

„Hey, so eine Überraschung!“, trällert es mir fröhlich in mein Ohr. Diese Stimme...

„Was willst du, Lauri?“

Grinsend sieht er mich an und ich wende mich von ihm ab. Kann er mich nicht einfach mal in Ruhe lassen? Ohne ihn weiter zu beachten laufe ich weiter. Bloß weg... Er ist mir unheimlich. Und das sag ICH.
Nach einem langen Fußmarsch ohne Lauri komme ich zuhause an. Leise knarrt das Tor, ich lasse es mit lautem Gepolter hinter mir zufallen, die alte Nachbarin beginnt über den Krach zu schimpfen. Mir egal...

Mein Vater ist nicht da. Gut für ihn...
Achtlos lasse ich meine Schultasche auf mein Bett fallen, ziehe grob die Vorhänge zu und gehe in das Wohnzimmer. Mein Blick fällt auf den Couchtisch, er steht voller Bierflaschen. Er hat wieder getrunken. Mein Vater ist so widerlich. Erst bringt er meine Mama um und dann ertrinkt er sein schlechtes Gewissen im Alkohol.
Mit einem leisen Ächzen lasse ich mich vor einen der Schränke auf den Hintern fallen und öffne die Türen. Sie quietschen, meine armen Ohren.
Ich stecke meinen Kopf kurz in den Schrank um nicht viel später eine staubige Box heraus zu nehmen. Und mit dieser Box im Schlepptau gehe ich in mein Reich.

Ich stelle die Box auf meinem Bett ab und mit einem leisen Zischen entflammt das Steichholz. Leise knistert das Feuer und lässt sich auf den Kerzendochten nieder. Ich lösche das elektrische Licht und mache es mir auf dem Bett gemütlich. Schatten werden durch die Kerzen an die Wand geworfen. Seufzend öffne ich die Box und nehme eines der vielen Fotos heraus.

„Mutter...“, murmele ich leise und besehe mir das Bild. Dort war die Welt noch in Ordnung. Mutter, Vater und ich in einem Freizeitpark. Damals war ich so klein und jung. Vater hat mich damals oft auf seinen Schultern getragen, mich die Welt entdecken lassen. Bis ER sie wieder zerstört hat.
Erinnerungen kommen in mir hoch, Erinnerungen die ich vergessen will...

„Nein, Nyyrikki! Ich kann und will das nicht mehr mitmachen!“

Mutters verheulte Stimme dringt zu mir durch. Sie streiten schon wieder...

„Hör mir zu, Annukka! Ich habe keine andere Frau, wie oft soll ich dir das noch sagen?!“, schreit Nyyrikki, der Mann, der sich mein Vater nennt, meine Mutter, Annukka, an.

Langsam trete ich aus meinem Zimmer und gehe zu ihnen.

„Bitte, hört auf euch zu streiten!“, flehe ich sie an, doch Papa läuft einfach davon.

„Geh wieder ins Bett, Schatz...“

Sanft werde ich in mein Zimmer geschoben und die Tür geschlossen, als ich im Bett liege. Die ganze Nacht finde ich keine wirkliche Ruhe. Annukkas Stimme ist in meinem Kopf, sie sagt mir immer wieder, dass sie mich lieb hätte. Ich werfe einen Blick auf meinen Wecker, 4:27 Uhr. Durst treibt mich aus meinem Bett, aus meinem Zimmer und in die Küche.

„AHHHHHHHHHHHHHHHHHH!“ Schreiend stolpere ich aus dem Raum.


Ich schüttele schnell den Kopf um die Erinnerung zu verbannen. Er ist schuld, ganz allein. Wegen ihm hat sich Mutter in dieser Nacht in der Küche aufgehängt. Vater hat sie in den Tod getrieben. Er wird büßen...
Etwas kitzelt auf meinen Wangen, verwirrt streiche ich mit der Hand darüber. Tränen... Ich weine und merke es nicht. Ein gebrochenes Schluchzen dringt aus meiner Kehle und ich ziehe die Nase hoch. Lange halten meine Tränen nicht an, hinterlassen salzige Spuren auf meinen Wangen.
Warum muss es so weh tun?

Doch dann wird meine Aufmerksamkeit auf die Schattenspiele an der Wand gelenkt. Ich beobachte sie, fühle mich selbst beobachtet und atme leise ein und aus. Doch dann...
Geschockt hält mein Atem inne. Ein Schatten einer Gestalt...
Er scheint mich anzusehen und hält nicht inne. Mein Atem setzt wieder ein, zitternd und rasselnd.
Doch dann wendet sich der Schatten von mir ab und schlendert mehr als dass er geht.[1]



°+°+°+°+°Kapitel 9°+°+°+°+°

Erschrocken starre ich auf den Schatten der Kerze, der an die Wand geworfen wird.
Was war denn das?

„Ganz ruhig, Aki... Das war bestimmt nur ein Hirngespinst...“, rede ich mir selbst Mut zu und schaffe es sogar.

Behutsam öffne ich die Box, greife nach dem ersten Foto und besehe es mir in Ruhe. Damals war die Welt wirklich noch in Ordnung. Meine Mutter hat noch gelebt, Vater und sie stritten nie. Aber dieses „Damals“ ist nun schon wieder zehn Jahre her. So lange schon. Ich lege das Foto zur Seite, will nach dem Nächsten greifen, aber irgendwas hält meine Hand von diesem Foto zurück. Es scheint, als würde ein unsichtbares Wesen, ein Geist, meine Hand festhalten und mich vor diesem Foto „beschützen“.
Doch meine Neugier packt mich und ich versuche gegen die unsichtbare Macht anzukommen.

Nach vielen Versuchen habe ich das Foto endlich nehmen können, auch wenn der „Schutzschild“ ziemlich hartnäckig war. Fragend werfe ich einen Blick auf das Foto und kann nichts Ungewöhnliches erkennen.
Auf dem Foto sind meine Eltern und ich zu sehen. Ich war damals erst fünf Jahre alt und meine Eltern halten sich glücklich im Arm. Mein strahlendes Grinsen mit meinen fünf Jahren war damals noch ehrlich. Kinder lachen und sind ehrlich, doch mit der Zeit verlernen die Menschen es leider, bringen meist nur falsches Lachen zu stande.

Ich lege das Foto zurück in die Schachtel, frage mich, was daran so schlimm sein sollte, denn genau dieses Foto hatte ich seit Jahren in meiner Nachttischschublade liegen und es war bestimmt schon ganz verstaubt. Vielleicht sollte ich mal wieder nach dem Foto sehen, wenn Nyyrikki es noch nicht einfach aus meiner Schublade genommen hat.
Mit einem leisen Quietschen ziehe ich die Schublade auf, krame nach dem Foto. Nach einigen Minuten suchen halte ich es in meinen Händen. Genau das gleiche Foto, welches ich eben aus der Box genommen habe.
Aber irgendetwas stört mich an diesem Bild.

„Aber was?“, frage ich mich laut und besehe es mir genauer.

An meinen Eltern oder mir liegt es auf jeden Fall nicht. Wir sehen glücklich aus, waren es damals auch, zumindest ich. Ob sie es je waren, das weiß ich nicht. Vielleicht haben sie damals nur nicht gestritten, weil ich noch so klein war. Aber, war ich damals, als Mum sich erhängt hat, nicht auch noch ein Kind? Ja, ich war es, aber das haben Beide wohl damals vergessen. Wenn sie sich nicht gestritten hätten, wäre sie dann vielleicht noch am Leben und würde nun in der Küche stehen, leise ihre Lieder summen, in den Töpfen rühren, bei mir klopfen, mich zum Essen holen und mir einen Kuss auf die Stirn geben, sagen, dass sie mich liebt?
Schnell verdränge ich diesen Gedanken, sie kommt nie mehr wieder und wird auch nie wieder meine Stirn küssen.

Ich lenke meinen Blick wieder auf das Bild. Immer wieder scanne ich das Foto mit meinem Blick, bis ich an einem Baum im Hintergrund hängen bleibe. Dort lehnt jemand an dem Baum, schielt unauffällig zu meinen Eltern und mir.
Ungläubig reibe ich mir die Augen, starre entsetzt diese Gestalt an.
Etwa sechszehn Jahre, schwarze Haare, smaragdgrüne Augen, schwarze Klamotten...
Lauri.

Was macht Lauri auf diesem Bild, wenn er heute bei mir in der Schule war, mich nach einer Zigarette gefragt hat und meine Gedanken ausgesprochen hat?
WER ist er?
WAS ist er?

„Wahhhh!“

Erschrocken durch die plötzliche Hitze werfe ich das Foto auf den Boden, sehe, wie es in Flammen lodert.
Verdammt, wie kann es brennen?
Wie kann es brennen, wenn die Kerzen auf dem Boden sind?
Es hat einfach angefangen zu brennen!
Warum?



°+°+°+°+°Kapitel 10 ~ Lauris Sicht°+°+°+°+°

Kopfschüttelnd verschwinde ich hinter dem nächsten Baum im Stadtpark. Es ist wenig los, meine Füße schmerzen von dem Laufen.
Aki hat mich auf diesem Bild entdeckt, es hätte nicht passieren dürfen. Wenigstens habe ich das Foto noch vernichten können, bevor er weiter darauf eingehen konnte.
Das wäre meine Ende gewesen.
Seufzend lehne ich meine warme Stirn an die kühle Rinde des Baumes, lasse meinen Blick schweifen.
Menschen spazieren lachend durch den Park, laufen mit Freunden umher oder haben einen Hund dabei.
Ich mag die Menschen nicht, sie sind so... unbeschwert, zumindest die meisten auf dieser Erde. Aber ich muss wohl oder übel auf dieser Masse, die sich Gesellschaft nennt, leben.

Ich werfe einen kurzen Blick über meine Schulter, niemand soll mich beobachten, sonst bekomm ich totalen Ärger. Und den will ich sicher nicht!
Langsam lasse ich meinen Körper in den Baum gleiten, schließe die Augen und warte in Ruhe. Eisige Kälte umschließt mich, treibt eine Gänsehaut über meinen Körper, lässt mich kurz erschaudern. Doch dann wird mein Körper von einer wohligen Wärme erfasst. Ich bin da.

Laut knarrt der rissige Boden unter meinen schweren Schuhen, Knochen knacken, wenn man auf sie tritt. Ungeheure Hitzewellen schlagen durch die Luft, geben einem das Gefühl in Flammen zu stehen. Dabei ist das die ganz normale Temperatur in der Hölle, Alltag für jedes Wesen, das verdammt ist, für immer dort zu schmoren.

„Was führt dich her, Lauri?“

Mit jedem Atemzug, den mein Gegenüber tätigt, erfasst neue Hitze die Gegend, droht alles von Innen verbrennen zu lassen. Smaragdgrüne Augen, in denen dennoch schwarz dominiert, funkeln mich wütend an. Gefährlich schlagen seine Flügel in die Luft, lassen die Hölle beben. Lucifer macht seinem Ruf alle Ehre.

„Aki steckt seine Nase in Angelegenheiten, die ihn nichts angehen.“

„Hat er dein Geheimnis entdeckt?“

Seine raue Stimme klingt spöttisch, er zieht seine Nase kurz kraus und schnaubt aus. Sofort werde ich von einer Hitzewelle erfasst. Schmerzen machen sich in meinen Knochen breit, lassen mich fast zu Boden stürzen, doch ich richte mich wieder auf.

„Nein, er war kurz davor. Er hat mich auf einem Foto entdeckt. Ich konnte es noch vernichten, bevor er näher darauf eingegangen ist.“

„Ich habe nichts anderes von dir erwartet, Lauri. Ich kann stolz auf mein Ebenbild sein...“

Akis Lichtbringer verzieht seine schmalen Lippen zu einem breiten Grinsen, messerscharfe Zähne blitzen kurz hervor. Würde ich es nicht besser wissen, würde ich sagen, er ist ein blutdurstiger Vampir. Scharfe Zähne habe ich nicht, dennoch sehe ich so aus wie Lucifer. Es imponiert mir, dass er mich geschaffen hat und mir sein Gesicht gab.
Grollend hallen seine Schritte wieder, während er die staubige Steintreppe herab geht, die Federn seiner schwarzen mächtigen Flügeln wippen leicht auf und ab. Der doch schmächtige Körper kommt vor mir zu stehen, sein Blick knüpft eine Verbindung zu meinem.

„Ich weiß, du wirst mich nicht enttäuschen, Lauri!“

Ich werde mit diesem Satz von ihm aus der Hölle verabschiedet, warte auf die nächste Nachricht, die ich ihm überbringen muss. Grob zieht er mich an sich, drückt mir kurz die Lippen auf. Ich erwidere den kurzen Kuss, löse mich jedoch auch wieder. Das tat Lucifer schon seit er mich geschaffen hat, mich küssen. Den Grund warum hat er mir nie genannt, mich immer wieder nur väterlich in den Arm genommen. Ja, Lucifer ist für mich kein Schöpfer, sondern mein Vater.

~ Lauris Sicht Ende~



°+°+°+°+°Kapitel 11°+°+°+°+°

Leise plätschert das warme Wasser in die weiße Badewanne, der Spiegel ist von heißem Wasserdampf beschlagen. Stumm flackert die Lampe des Badezimmers vor sich hin, gibt allem eine merkwürdig drückende Stimmung. Mit einem lauten Seufzen laufe ich, mit nackten Füßen, über die kalten Fliesen zum Fenster. Ein kurzer Blick nach draußen verrät mir, dass auf der Straße um diese Uhrzeit noch reges Treiben stattfindet, dennoch ist es kein Wunder, Helsinki ist eine große, wache Stadt, die niemals zu schlafen scheint. Seicht kratzen die Ringe des Vorhanges auf der Stange, als ich diesen zu ziehe.

Gähnend nehme ich mir meine Brille von der Nase und lege sie fürsorglich auf die Fensterbank, sie soll nicht kaputt gehen, sonst darf ich mindestens zwei Wochen wie ein blinder Maulwurf durch die Welt wandeln. Mit einem Surren öffne ich den Reißverschluss meiner Hose, lasse diese meine Beine herab rutschen und trete das Stück Stoff in die nächste Ecke. Mit einem Rascheln fällt auch mein T-Shirt in die Ecke und auch meine Boxershorts lässt nicht lange auf sich warten.

„Ahh...“

Genießend schließe ich meine Augen und lasse die Wärme des Badewassers auf meinen Körper übergehen. Sie entspannt mich ungemein und lässt meinen Geist für einige Minuten die Unruhe vergessen. Doch dann schleichen sich die Ereignisse des Tages wieder in mein Bewusstsein und meine Unruhe kehrt zurück. Seufzend öffne ich meine Augen, lege meine Arme hinter meinen Kopf und winkele leicht mein linkes Bein an.
Noch immer frage ich mich, wie das Bild Feuer gefangen hatte, schließlich hatte ich weder eine der Kerzen, noch Streichhölzer oder ein Feuerzeug bei mir.
Auch der Schatten treibt mir tausend Fragen in meinen Kopf. Was sollte er mir sagen?
Dann wäre da noch der Vorfall auf dem Friedhof. Wer oder was hat mich beobachtet? Was war das für ein Lachen?
Doch das größte Rätsel ist... Lauri. Was will er von mir? Wer ist er? Warum lässt er mich nicht einfach in Ruhe? Und... warum muss er sich immer wieder in meine Gedankengänge einschleichen?
Ich werde das Gefühl nicht los, dass Lauri etwas mit diesen Dingen zu tun hat. Seit er in mein Leben getreten ist, was wahrlich noch nicht mal ganze zwei Tage her ist, läuft alles drunter und drüber. Doch er macht es mir sicherlich nicht leicht, diese Augen machen mir es nicht leicht. Sie sind wie ein verschlossenes, doch ebenso sind sie wie ein geöffnetes Buch, ein verbotenes Siegel. Geheimnisvoll und doch fesselnd, süß und verlockend.

Je mehr ich über Lauri nachdenke, umso mehr möchte ich wissen wer er ist und was er von mir will. Er hat mich sicherlich nicht aus Zufall angesprochen, dafür ist er zu merkwürdig. Er taucht immer wieder dann auf, wenn ich ihn am Wenigsten gebrauchen kann oder ihn erwartet hätte. Jetzt fehlt nur noch, dass Lauri auf einmal mir gegenüber in der Badewanne liegt, mich frech angrinst und mir wieder meine Gedanken offenbart. Diese Vorstellung bringt mich zum Lachen, zu köstlich ist der Gedanke mal wieder. Dass er etwas besonderes ist, hat er mir bewiesen. Er sieht nicht nur verdammt gut aus, sondern er besitzt Fähigkeiten von denen manche Menschen nur zu träumen wagen. Verleugnen kann er diese Gabe nicht vor mir und deswegen macht er mich so neugierig. Ich will wissen welche Fähigkeiten noch in diesem Körper stecken und sie durch ein unsichtbares Schild festhält, sie in Ketten legt und nicht an das Tageslicht treten lässt.
Ich werde es schon heraus finden, auch wenn ich ihn rund um die Uhr beobachten muss...



[1] Ihr kennt doch das Guilty-Video! So wie am Ende, als Lauri aus dem Bild läuft! *guilty video lieb*
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